>Geschichte>Raach am Hochgebirge

Raach am Hochgebirge

F. Mohr

Von Gloggnitz kommt man, gleichviel ob zu Fuß oder mittels Postautobus, auf den Gebirgsast Arach, nach welchem der Ort Raach benannt ist, in eine der hchstgelegenen Sommerfrischen Niedersterreichs (804 m). Das Dorf Raach ist ein unmittelbares Grenzdorf gegen Steiermark, gehrte das ganze Mittelalter politisch zur Steiermark und liegt 6 km von der Bahn und dem Postknotenpunkte Gloggnitz entfernt. Die vom Fürsten Lichtenstein erbaute Serpentinenstraße (jetzt Bezirksstraße) Gloggnitz-Raach, gab es dem grßeren Verkehr frei. Die ländlichen Bauerngehfte und Einzelhfe tragen steirischen Alpencharakter. Die echten Gebirgsbauern, den Strapazen der Witterung und ihrer schweren Arbeit gewachsen, hängen an ihrer Scholle mit Liebe und Ausdauer. Die Bevlkerung besteht zu drei Vierteln aus Bauern. Die großen Forste des Fürsten Lichtenstein geben vielen Holzknechten Arbeit. Auch die nahe liegende Industrie von Gloggnitz beschäftigt einen großen Teil der Werktätigen. Die zweischiffige Kirche von Raach ist eine der Sehenswürdigkeit aus dem 13. Jahrhundert und steht unter dem Patronat des Fürsten Lichtenstein. Der Ortsfriedhof ist ein Waldfriedhof auf dem Wege nach Egg. Der Gräberschmuck zeigt von bäuerlicher Kunst.
Das erste Schulhaus in Raach Nr. 7 wurde unter der Regierung Kaiser Josef II. im Jahre 1784 vom damaligen Schulpatron erbaut. Erster Lehrer war Leopold Leitgeb aus Prigglitz. Vorher wurde der Unterricht, der seit hieramtlichem Handschreiben der Kaiserin Maria Theresia vom 6. Dezember 1774 allgemein und gesetzlich war, im Mesnerhaus Nr. 6 von dem damaligen Mesner, Wastl genannt, in notdürftiger Weise erteilt. Der erste mit dem vorgeschriebenen Prüfungszeugnis versehene Lehrer an der hiesigen Volksschule war den vom k. k. Kreisamt angestellte Anton Wagenhofer, gebürtig zu Puchberg am Schneeberg (1793 bis 1833).
Das fürstliche Haus Lichtenstein hat für die Schule in hochherziger Weise viel Gutes getan.
Der Fremdenverkehr hob den Lebensstandard der Bevlkerung sehr. Man kann sagen, an Schnheit ist die Gegend Raach ein zweiter Semmering. Mit schnen Spaziergängen, Wanderungen, Aussichtspunkten ist Raach gesegnet. Viele Fremde genießen die gute Hhenluft. Milde Sommer und schneereiche Winter geben den Gästen Erholung und Gesundheit. Raach, Schlagl, Wartenstein, Sonnleiten und Egg beherbergten in normalen Zeiten 700 Sommergäste, was eine große Einnahmsquelle für die Bevlkerung bedeutete.

Raach a. Hochgebirge, K. G. 1 Raach (D) mit Schlagl (D) und Raachthalhäuseln (EH); Sonnleiten (D) mit Egg (EH), Graben (EH) und Syrn, auch Sirling (EH); Wartenstein (D m. S.). 13,24 km2
420 E, 99 H. PA, TA und Fspr: Gloggnitz. Vksch und Pf: dort. StA und Ebst: Gloggnitz. Bus: Schloß Wartenstein und Schlagl (Linie
Kirchberg a.W. - Gloggnitz).
Aus Unserm Neunkirchner Heimatbuch, erarbeitet von der Lehrerschaft des Verwaltungsbezirkes Neunkirchen, erschienen
1949 im Selbstverlag des Bezirksschulrates Raach am Hochgebirge (Heimatbuch) 03.31.9203.31.92